Bienen füttern – Welche Futtermenge ist die richtige?

Deine Bienen brauchen die richtige Futtermenge, um den Winter zu überleben und gut ins neue Jahr zu starten. Dafür müssen sie eine Menge Futter einlagern. Doch auch zu viel Futter ist nicht gut. Wie kannst du die richtige Futtermenge bemessen?

Ungefähren Futterbedarf der Bienen überschlagen

Um das Mindestfutter zu berechnen, kannst den Futterverbrauch der einzelnen Monate grob überschlagen. Aber Achtung: Diese Rechnung stellt nur die unterste Grenze der Einfütterung dar. Die Bienen verbrauchen das meiste Futter, wenn sie brüten. Sollten wir einen warmen Winter haben (wie in den letzten Jahren) und die Bienen länger als erwartet brüten, ist diese Rechnung schnell hinfällig.

Ungefährer Futterverbrauch der einzelnen Monate:

  • Oktober: Die Bienen gehen aus der Brut, Brutaktivität ist noch aber vorhanden. Futterverbrauch: Ca. 2Kg.
  • November bis Januar: Im Idealfall sind die Bienen aus der Brut und benötigen nicht ganz so viel. Futterverbrauch: In den drei Monaten insgesamt ca. 3Kg.
  • Februar: Die Bienen gehen wieder in die Brut. Futterverbrauch: Ca. 2Kg.
  • März und April: Die Bienen nehmen die Bruttätigkeit wieder verstärkt auf. Futterverbrauch in den beiden Monaten insgesamt: Ca. 3Kg.

Damit haben wir einen Mindestfutterbedarf von 13Kg. Wie oben beschrieben, kann sich der Bedarf aber noch stark erhöhen. Deswegen solltest du jetzt weiterlesen 😉

 

Einfütterung bei zweizargiger Überwinterung in Deutsch-Normal 1,0

Ich führe meine Völker im Deutsch-Normal Maß 1,0. Solange die Völker stark genug sind, überwintere ich auf zwei Zargen. Hier gebe ich ca. 18 bis 22Kg Winterfutter. Bei einer einzargigen Überwinterung empfehle ich 14Kg. Dabei orientiere ich mich eher an der oberen statt der unteren Grenze.

Dabei möchte ich an dieser Stelle aber darauf hinweisen, dass eine einzargige Überwinterung der Bienen etwas für erfahrene Imker ist. Wenn du planst einzargig zu überwintern, solltest du dich im Vorfeld mit deinem Imkerpaten oder einem anderen erfahrenen Imker austauschen und nach seiner Meinung befragen.

 

Wie gehe ich bei der Einfütterung meiner Bienen vor?

Ich schleudere ca. Mitte Juli ab. Direkt bei der Entnahme der Honigräume gebe ich den ersten Futterstoß von ca. 2,5Kg Apifonda.

Praxistipp: Wenn du eine Leerzarge hast und mit der Bienenflucht arbeitest, kannst du die Leerzarge zwischen Brutraum und die Bienenflucht stellen und dort bereits am Tag vor der Honigernte das Apifonda einlegen. So können die Bienen schon vor der Honigernte mit der Futtereinlagerung beginnen.

Ab Mitte Juli gebe ich den nächsten Futterstoß, wiederum mit ca. 2 bis 2,5Kg Apifonda. Mitte August das gleiche Spiel mit 2 bis 2,5 Apifonda. Wichtig ist, dass du das Apifonda mit einer Folie immer gut abgedeckt lässt, damit es nicht austrocknet. Es reicht, wenn du es auf die Oberträger der Rähmchen legst und die Bienen es dann von unten abnehmen.

Bei dieser Vorgehensweise haben die Bienen einerseits immer genug Futter, andererseits haben sie aber auch genug Platz zum Brüten.

Ab Ende August bekommen die Bienen den letzten Futterstoß; diesmal mit 14Kg Apiinvert. So habe ich meine Damen mit insgesamt ca. 22Kg Bienenfutter versorgt. Wenn du etwas mehr einfütterst ist das OK, die 22Kg sollten aber nicht wesentlich überschritten werden.

 

Wie sieht es mit der Einfütterung in anderen Betriebswesen bei der Imkerei aus?

Das Vorgehen mit der Gabe von insgesamt vier Futterstößen beim Bienen füttern würde ich dir grundsätzlich empfehlen.

 

Folgende Mengen solltest du in anderen Betriebsweisen einfüttern:

  • Dadant, ZaDant, Deutsch-Normal 1,5: Hier kannst du eine Futtermenge von ca. 20 Kg anpeilen. Auch wiederum mit einer gewissen Toleranz, die du aber nicht wesentlich unter- oder überschreiten solltest.
  • Einzargige Überwinterung in Deutsch-Normal 1,0 oder einzargig Zander: Hier kannst du wie oben beschrieben ca. 14Kg Futter anpeilen. Hier wird es gefährlich, wenn du mehr einfütterst, da die Bienen dann gar keinen Platz mehr zum Brüten haben. Von dieser Überwinterung rate ich, außer in Ausnahmefällen oder wenn du ein wirklich erfahrener Imker bist, ab.
Zuckerwasser
Gut gerüstet für den Winter – Bienen füttern mit Apiinvert und Apifonda

Bis wann sollte die Auffütterung abgeschlossen sein?

Ältere Imker sagen häufig, dass die Auffütterung bis Anfang Oktober abgeschlossen sein soll. Davon rate ich eher ab. Ich empfehle dir, dass die Auffütterung bis Mitte September abgeschlossen ist. Wenn du – wie ich – ab Ende August bzw. Anfang September die Auffütterung mit 14KG Apiinvert startest, haben das die Bienen das Futter in der Regel innerhalb von sieben bis zehn Tagen eingelagert. Wenn das Volk etwas länger braucht hast du noch etwas Zeit nach hinten raus.

 

Vor und nach dem Auffüttern wiegen

Nach der Entnahme des Honigraums und nach dem Auffüttern kannst du dein Bienenvolk wiegen. So weißt du im Frühjahr, ob du ggf. nachfüttern musst.

 

Bienen nicht aus Sparsamkeit verhungern lassen

Auch hier kommt gerne der imkerliche Geiz durch; viele Imker füttern lediglich mit 15Kg Apifonda oder einer vergleichbaren Menge an Zuckerwasser auf. Das kann bei einem warmen Winter zu wenig sein und die Bienen laufen Gefahr zu verhungern. Zwei Gründe sprechen dagegen, wenig einzufüttern. Für mich als Hobbyimker ist der erste Punkt der schwerwiegende, aber auch über den zweiten solltest du nachdenken.

 

1.) Das Tierwohl

Du hast mit deinen Bienen die Verantwortung für das Wohl von Lebewesen übernommen. Diese verhungern zu lassen ist unverantwortlich und einfach nicht in Ordnung und fahrlässig.

2.) Der wirtschaftlich Gedanke

Ein Wirtschaftsvolk Bienen kostet ca. 150 Euro. Ein Ableger kostet ca. 80 Euro. 15Kg Apifonda kosten 16 Euro. Gehen wir davon aus, dass Volk verhungert, weil du nur 15Kg eingefüttert hast und mit 22Kg wäre das Volk nicht verhungert. Die 7Kg Apifonda hätten dich ca. 7,50 Euro gekostet. Dagegen stehen Wiederbeschaffungskosten des Volks von 150 Euro. Natürlich kannst du auch ein Volk im Frühjahr für ca. 150 Euro verkaufen, wenn du zu viele Bienenvölker hast. Dann fehlt dir das Geld entsprechend in der Kasse. Bienen zu wenig Futter zu geben ist also ein klassischer Fall von „Am falschen Ende gespart“.

 

Fazit zum Thema Bienen füttern

Wenn du die Ratschläge aus diesem Artikel beherzigst bin ich mir sicher, dass deine Bienen nicht im Winter verhungern werden. Bitte füttere deine Bienen nicht zu wenig, stelle aber auch sicher, dass du sie nicht überfütterst. Hier (Werbelink) kannst du Futtermittel bestellen.

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