Praxistipp: Professionelle und fachgerechte Honiglagerung

Honig wird seit mehr als 3.000 Jahren von den Menschen verzehrt. DurchLagerung von Honig verschiedene Einflüsse kann er seinen Geschmack auch in deutlich kürzeren Zeitspannen verändern. Wie du dieser Veränderung entgegen wirken kannst erfährst du in diesem Artikel.

Kann Honig verderben?

Er kann nicht direkt verderben, sich aber verändern.

Nun folgt die längere Begründung.

Honig ist gesund und schmeckt gut. Keine Frage. Aber frischer Honig schmeckt doch irgendwie besser als älterer Honig. Auch bei optimaler Lagerung verändert sich sein Geschmack. Das liegt daran, dass Enzyme im Honig mit dem Honig selbst reagieren. Der Honig wird dunkler.

Der hohe Zuckeranteil im Honig verbunden mit dem geringen Wasseranteil schützt den Honig vor verschiedenen Bakterien. Damit kann er auch nicht schlecht im Sinne von „ungenießbar“ werden.

Im Honig sind aber neben den Enzymen auch noch bestimmte Hefen enthalten. Diese reagieren mit dem Zucker und sorgen dafür, dass der Honig gärt. Davon wird er nicht zwangsläufig schlecht, er verändert aber seinen Geschmack. Gemäß der Honigverordnung darf er dann auch nicht mehr verkauft werden. Es gibt aber durchaus Menschen, die das kräftigere Aroma des teilweise gegorenen Honig schätzen. Wenn dir dieser Honig schmeckt kannst du ihn natürlich gerne essen. Da spricht nichts gegen.

 

 

Die Rolle des Wassers bei der Gärung von Honig

Ein höherer Wassergehalt begünstigt die Gärung von Honig. Warum ist das so?

Die oben genannten Hefen brauchen neben dem Zucker Wasser zum Leben. Das ist nichts anderes als bei uns Menschen. Je mehr Wasser vorhanden ist desto besser können sich die Hefen im Honig ausbreiten und damit vergärt der Honig umso schneller. Deswegen gibt es auch recht strenge Vorgaben bzgl. des Wassergehalts von Honig nach der Lebensmittelverordnung und der Honigverordnung des Deutschen Imkerbunds. Honig aktiv trocknen, um die Ausbreitung der Hefen zu dämmen, solltest du aber definitiv nicht und das ist auch verboten.

 

 

Honig mit geringem Wasseranteil gärt also nicht so schnell. Warum tut er es trotzdem?

Honig gärt insbesondere nach der Kristallisationsphase. Was passiert bei der Kristallisation? Es findet eine so genannte Phasentrennung statt; der Zucker- und Wasseranteil des Honigs entmischt sich. Das Wasser steigt nach oben und der Zucker bleibt unten im Glas. Somit befindet sich der Wasseranteil des Honigs ganz oben. Trotz eines absoluten Wasseranteils von 18 Prozent befindet sich das Wasser oben und der betrachtete Teil des Honigs hat mehr als 18 Prozent Wasser; optimale Bedingungen für die Vermehrung der Hefen. Ein niedriger Wassergehalt im Honig kann somit die Gärung hemmen, aber nicht verhindern.

Fachgerechte Honiglagerung
Honig mit Phasentrennung (das oben sind Haselnüsse. Den Honig hatte ich veredelt).

 

 

 

 

 

Die Praxistipps auf einen Blick

  • Gläser absolut luftdicht lagern. Beim DIB-Glas immer an die Deckeleinlage denken.
  • Bei der Lagerung im Hobbock darauf achten, dass auch diese immer absolut luftdicht verschlossen sind.
  • Die Luftfeuchtigkeit im Lagerraum sollte unter 55 Prozent liegen. Hier (Werbelink) findest du Luftentfeuchter, die die Luftfeuchtigkeit bei der Honiglagerung senken können.
  • Den Honig kühl und lichtgeschützt lagern. Im Keller bei entsprechender Temperatur von ca. 15 Grad ist das optimal.

 

Was kann ich tun, wenn der Honig trotzdem gegoren ist?

Wie oben beschrieben, kannst du ihn essen, wenn dir das kräftigere Aroma schmeckt. Ansonsten kannst du den Honig auch zu Met verarbeiten. Wegwerfen würde ich ihn definitiv nicht. Wenn du keinen Met magst kannst du den Honig auch an einen befreundeten Imker verschenken. Da musst du ihm natürlich vorher sagen, dass der Honig gegoren ist.

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