Mit möglichst wenig Stichen imkern – wie geht das?

Sticharm Imkern Ein Bienenstich tut weh, solange es kein Kuchen ist 😉 Das geht auch einem erfahrenen Imker so. Doch wie kannst du Stiche zumindest weitgehend vermeiden?

Die natürliche Verteidigung der Bienen

Der Giftstachel stellt die natürliche Verteidigungsform der Bienen und ihrer Verwandten wie Hummeln, Wespen oder Wildbienen dar. Trotzdem verteidigen sie sich in der Regel nur bei Gefahr oder wenn sie sich provoziert fühlen.

 

Wächterbienen

Die Wächterbienen sind (bei zweizargiger Betriebsweise) im unteren Brutraum zu Hause. Diese sind aggressiver als Beispielweise Honigraum- oder Ammenbienen. Ihre Aufgabe ist die Verteidigung des Bienenstocks gegen Eindringlinge. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit eines Bienenstichs im unteren Brutraum wahrscheinlicher als im oberen Brutraum oder dem Honigraum.

 

Lautstärke und Vibration

Die Bienen fühlen sich von lauten Dingen und Vibrationen provoziert. Solange es geht, solltest du das in der Näher deiner Bienenstöcke vermeiden.

 

Kommunikation durch Geruch

Wirst du von einer Biene gestochen versprüht die Biene einen speziellen Duft. Wird dieser verströmt warnt das die Bienen des Volkes, dass Gefahr droht. Dadurch ist es möglich, dass sich noch weitere Bienen auf dich stürzen werden.

Auch spezielle Gerüche von Menschen können die Bienen provozieren. Ein Rat eines älteren Imkerkollegen lautet, am Tag vor der Durchsicht bei den Bienen keinen Alkohol zu trinken. Die Ausdünstungen können die Bienen auch aggressiv werden lassen.

Nicht zuletzt solltest du dir überlegen, ob du mit Lederhandschuhen imkerst. Wenn die Bienen dort hinein stechen, kann sich der Duft über längere Zeit halten und die Bienen wieder in den Abwehrmodus schalten lassen.

 

Ausnahme „Stecher“

Manchmal hat man auch ein aggressives Bienenvolk, einen so genannten „Stecher“. Wie du mit so einem Volk umgehst, erfährst du hier.

 

Nachzucht nur von sanftmütigen Völkern

Auch hierzu habe ich bereits einen umfangreichen Artikel geschrieben. Wenn du nachzuchtwürdige Bienenvölker identifizierst und nicht nachzuchtwürdige Völker ausschließt, erfährst du in diesem Artikel.

 

Königinnenkauf nur von vertrauenswürdigen Imkerkollegen

Nach Möglichkeit solltest du deine Bienenköniginnen regional kaufen. Frag bei deinem Vereinsvorsitzenden oder erfahrenen Imkerkollegen an. Diese können dir bestimmt einen guten Züchter empfehlen.

Wenn der Züchter nicht allzu weit weg wohnt, kannst du ihn auch mal besuchen. Dabei solltest du den Züchter genau beobachten; Muss er Schutzkleidung tragen? Fliegen die Bienen beim Öffnen der Beute auf? Verfolgen sie dich sogar, wenn du einige Meter von der Beute weg gehst? Falls du eine dieser Fragen mit „ja“ beantworten musst, solltest du dir einen Kauf von diesem Kollegen gut überlegen.

 

Vorausschauende Aufstellung der Bienen

Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du höchstens zwei Bienenvölker auf eine Palette oder einen Beutenbock stellen. Die Vibrationen durch die Arbeiten sind auch im anderen Volk spürbar. Wenn diese Vibrationen zu stark werden, wird nur ein anderes Volk und nicht mehrere gestört.

Imker ohne Stiche
Bienenbeuten in Zweieraufstellung mit ausreichendem Abstand

 

Die Bienen nicht „totgucken“

Gerne kannst du regelmäßig nach dem rechten an deinem Bienenstand sehen. Du solltest dir aber überlegen, ob du die Beute außerhalb der regelmäßigen Durchsichten öffnen willst. Solange es nicht nötig ist, solltest du die Beuten geschlossen halten.

 

Das richtige Wetter abwarten

Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du die Durchsicht bei wärmeren Temperaturen machen. Warum das? Wenn du die Bienen von den Waben schüttelst, fallen zwangsläufig Bienen aus der Kiste. Diese suchen sich dann die nächstmögliche Wärmequelle. Und das ist dein Gesicht, deine Hosentasche oder deine Beine. Wenn du die Bienen dann vom Körper stößt, sind Stiche vorprogrammiert.

 

Den geordneten Rückzug antreten

Unter bestimmten Umständen sind auch die friedlichsten Bienen aggressiv. Das ist insbesondere der Fall, wenn Gewitter in der Luft liegt. Wenn die Bienen am kompletten Stand aggressiv sind solltest du deinen Besuch auf einen anderen Tag verschieben

 

Fazit zum Thema ohne Stiche imkern

Wie du anhand dieses Artikels siehst, kannst du viele Stiche durch Aufmerksamkeit und Weitsicht verhindern. Wenn du gestochen wirst, solltest du dich fragen, was du falsch gemacht hast. Da greift dann wieder der alte Spruch „Lernen durch Schmerz ist nicht schön, aber effektiv“.

 

Ich wünsche dir volle Honigtöpfe 🙂

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