Melezitose – Honig: Was kannst du tun?

Früher oder später trifft es jeden Imker: Melezitose – Honig. Was Melezitose-Honig oder auch so genannter „Zement-Honig“ ist und was du dagegen tun kannst, findest du in diesem Artikel.

Was ist Melezitose – Honig und wie entsteht er?

Melezitose ist ein Dreifachzucker. Er besteht aus einem Teil Fructose und zwei Teilen Glucose. Er kommt überwiegend im Honigtau in einer unterschiedlichen Konzentration vor. Solange die Konzentration der Melezitose unter 20 Prozent liegt, ist noch alles in Ordnung. Darüber wird es für uns Imker schwierig. Der Wasseranteil im Melezitose- oder auch Zement-Honig liegt in der Regel bei weniger als 12 Prozent. Durch diesen sehr geringen Wasseranteil wird der Honig sehr fest und steinhart. Deswegen auch der umgangssprachliche Ausdruck „Zement-Honig“. Aktuell gibt es auch wieder Fälle von Melezitose in Bayern.

 

Wie kannst du Melezitose – Honig erkennen?

Vorneweg: Hierfür brauchst du viel Erfahrung. Solltest du den Verdacht haben, dass deine Bienenvölker Zement-Honig einlagern, solltest du deinen Imkerpaten oder einen erfahrenen Imker aus deinem Verein schnellstmöglich hinzuziehen.

 

Beim Benutzen einer Stockwaage: Das Gewicht deiner Völker nimmt sehr schnell zu

Wenn deine Völker sehr schnell sehr viel schwerer werden, ist das ein erstes Indiz für Melezitose. Sollte die Gewichtszunahme mehr als drei Kilo pro Tag betragen, ist das ein erstes Anzeichen.

 

Sichtprüfung bei den Honigwaben

Wenn du die Honigwaben in die Sonne hältst, siehst du im Normalfall den Boden der Honigzelle. Wenn du den Boden der Zelle nicht siehst, ist das ein weiteres Indiz für Melezitose.

 

Die regionale Flora (Pflanzenwelt)

Üblicherweise fördert der Bestand an Fichten Zement-Honig. Wenn du viele Fichten in der Nähe hast, ist das ein weiteres Zeichen.

 

Sofortmaßnahme bei Melezitose – Honig

Zement-Honig
Entdeckelungsgabeln für Honig. Ich benutze die rechte bei der Honigernte

Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, bei denen du selbst entscheiden musst, welche die für dich passende Option ist.

Schnell schleudern, den Honig aber nicht dem Volk zurück geben

Sollte sich herausstellen, dass es sich tatsächlich um Melezitose-Honig handelt, solltest du die Waben schnellstmöglich aus dem Volk entfernen und den Honig schleudern. Die entnommenen Waben kannst du durch Mittelwände oder ausgebaute Waben ersetzen.

Nun kannst du den Melezitose-Honig mit einem anderen Honig mischen und bei diesem den Wassergehalt senken. Dafür solltest du aber im Vorfeld genau berechnen, wie viel du dem anderen Honig zugeben kannst. Auf keinen Fall solltest du den Honig nach dem Schleudern wieder an die Bienen verfüttern.

 

Einen neuen Standort suchen

Wenn es gar nicht anders geht, musst du deine Bienen an einen neuen Standort stellen. Da wie weiter oben schon benannt die regionale Flora eine Rolle spielt, könnte das schwierig werden. Wenn du viele Fichten in deiner Umgebung hast, musst du schon sehr weit fahren.

 

Die Waben entnehmen und einlagern

Statt den Honig zu schleudern, kannst du die Waben auch erstmal einlagern. Was du dann tun kannst erfährst du im nächsten Abschnitt.

 

Was kannst du bei Melezitose – Honig tun?

Hier erfährst du das beste Vorgehen, wie du den Zement-Honig aus den Waben bekommst.

 

Waben entnehmen

Nimm die Waben aus dem Volk und lagere sie bienensicher, zum Beispiel bei dir im Keller, ein. Dabei solltest du auf eine kühle Lagerung achten.

 

Abwarten, bis die Tracht zu Ende ist

Nun wartest du das Ende der Tracht ab. Die Bienen merken, dass es in ihrer Umgebung nicht mehr viel Nahrung gibt.

 

Waben entdeckeln und verwässern

Nimm deine Entdeckelungsgabel und entferne das Wachs von den Zellen. Anschließend legst du die Waben für ca. 30 Minuten in ein warmes Wasserbad.

 

Waben zurück ins Volk geben

Du nimmst den Deckel des Volks ab. Du legst ein Absperrgitter ein, damit die Königin definitiv im Brutraum bleibt. Nun stellst du eine Leerzarge über das Absperrgitter und hängst die Waben dort hinein. Dabei solltest du darauf achten, dass die Waben nicht zu eng hängen. Es reicht erstmal, wenn du fünf bis sechs Waben in die Zarge hängst. Anschließend legst du eine lichtdurchlässige Doppelstegplatte auf das Volk. Wichtig ist, dass die Platte das Volk auch wirklich bienendicht abschließt.

Nun greift unser Trick: Die Bienen denken nun, dass die Beute offen ist und sie bekommen Angst um ihren Honig. Den tragen sie nun nach unten um, da er hier gegenüber Angreifern besser geschützt ist. Wir als Imker bekommen den Zement-Honig dann so aus unseren Waben. Die Rähmchen kannst du dann nach und nach austauschen, nachdem sie leergeräumt wurden.

 

Hast du schon Erfahrungen mit Melezitose – Honig gemacht und wie bist du damit umgegangen? Ich freue mich auf Kommentare unten im Kommentarfenster.

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