Sortenhonig: Welche rechtlichen Vorgaben gelten hier?

Honigsorte bestimmen
Sortenhonig

Die Imkersaison ist weit fortgeschritten; die hast die Völker ausgewintert, regelmäßige Durchsichten durchgeführt und Honig geschleudert. Nun kommt die schönste Arbeit: das Abfüllen. Doch welche Honigsorte schreibst du eigentlich auf das Glas? Dazu gibt es einige rechtliche Regelungen zu beachten. Mehr dazu in diesem Artikel.

Hinweis: Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass ich kein Anwalt bin und hier nur meine Einschätzung der Sachlage wiedergebe. Bei Fragen solltest du dich an einen Anwalt oder den Deutschen Imkerbund wenden.

 

Ist eine Sortenbezeichnung auf dem Glas vorgeschrieben?

Kurze Antwort: Nein, ist sie nicht und eine Angabe hierzu kann sogar rechtliche Probleme nach sich ziehen. Nun zur ausführlichen Antwort.

 

Wahrheitspflicht

Wenn du eine Honigsorte auf dein Glas schreibst und als Sortenhonig vertreibst, muss diese Sorte auch überwiegend im Honig enthalten sein. Dabei gilt bei einer einzelnen Bezeichnung, dass diese zu mindestens 60 Prozent enthalten ist. Beschriftest du dein Glas mit einer Mischung verschiedener Honige – bspw. „Raps- und Akazienhonig“ – müssen diese beiden Sorten zusammen mehr als 90 Prozent des Inhalts ausmachen.

 

Eine Vermutung reicht nicht

Gehen wir davon aus, du hast den Honig im Mai geschleudert und direkt neben deinen Bienen war ein Rapsfeld. Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du Rapshonig geerntet hast. Trotz allem reicht diese (sehr wahrscheinlich richtige) Vermutung nicht aus, um den Honig als Rapshonig zu verkaufen.

 

Mischhonige

In Deutschland haben wir eine recht unterschiedliche Tracht. Deswegen gibt es bei uns eher Mischhonige als Sortenhonige. Dabei wird unterschieden zwischen Blütenhonig, Honigtauhonig und Sommertrachthonig.

 

 

Unterscheidung der Honige anhand der elektrischen Leitfähigkeit

Mit einem Leitfähigkeitsmessgerät kannst du über den elektrischen Leitwert die Honigsorte bestimmen. Der elektrische Leitwert wird in Millisiemens (mS) ausgedrückt.

Dabei haben die unterschiedlichen Honige folgende Leitwerte:

  • Blütenhonig: bis 0,6mS
  • Waldhonig ab 0,8mS
  • Tannenhonig: Ab 1,1 mS

Ich habe auch noch einen ausführlichen Artikel zum Thema Bestimmung der Honigsorte anhand des elektrischen Leitwerts geschrieben.

 

 

Wie kann man dem Problem mit dem Sortenhonig in der Praxis begegnen?

Ich persönlich habe ich es für mich so gelöst, dass ich meine Gläser mit „Blütenhonig“ oder „Sommertrachthonig“ beschrifte. So gehe ich keine Risiken mit einer falschen Beschriftung ein. Auch die Bezeichnung „Honig“ oder „Deutscher Honig“ ist rechtlich absolut zulässig.

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