Umsatzsteuer beim Honigverkauf

Immer wieder stellt sich die Frage, ob Umsatzsteuer beim Honigverkauf anfällt oder nicht. In diesem Artikel erfährst du, welche Regelungen dafür gelten.

Wichtiger Hinweis: Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich hier meine Sicht der Dinge schildere. Bei Fachfragen zum Thema Besteuerung beim Honigverkauf solltest du dich an einen Steuerberater werden. Der Inhalt dieses Artikels bezieht sich auf die rechtlichen Regelungen des Jahres 2020. Diese Regelungen können sich in der Zukunft ändern.
 

Umsatzsteuer beim Honigverkauf: Musst du sie ans Finanzamt abführen oder nicht?

 

Immer wieder stellt sich vielen Imkern die Frage, ob sie die Umsatzsteuer auf Rechnungen ausweisen müssen oder nicht. Hier gibt es unterschiedliche Konstellationen, auf die ich in diesem Artikel näher eingehen möchte.

 

Fall 1: Du verkaufst lediglich eigene Produkte

Du verkaufst Wachs, Honig, Propolis oder Pollen? Das ist die so genannte „Urproduktion“. Hier greift eine theoretische Besteuerung; Es gibt eine pauschalierte Umsatzsteuer von 10,7 Prozent, der jedoch wiederum eine fiktive Vorsteuer in Höhe von ebenfalls 10,7 Prozent entgegengestellt und direkt verrechnet wird. Somit ist die Angelegenheit steuerneutral und du musst keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Achtung: Diese Regelung gilt nur für Produkte der „ersten Stufe“. Sobald du Produkte zukaufst und weiterverkaufst, wie bspw. Met, musst du Umsatzsteuer zahlen.

 

Fall 2: Kleinunternehmerregelung

Du hast im letzten Jahr einen Umsatz von weniger als 22.000 Euro gehabt und im laufenden Jahr wird dein Umsatz wahrscheinlich unter 50.000 Euro liegen? Glück gehabt. Hier greift die Kleinunternehmerregelung und du musst keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen.

Hier gibt es für uns Imker durch die pauschalisierte Umsatzsteuer auch eine sehr interessante Regelung, wenn du an gewerbliche Kunden wie zum Beispiel einen Supermarkt verkaufst: Wie oben geschrieben, wird die Umsatzsteuer von 10,7 Prozent mit einer fiktiven Vorsteuer von 10,7 Prozent verrechnet. Nehmen wir an, du verkaufst deinen Honig für 5,00 Euro an den Supermarkt, der ihn wiederum weiterverkauft. Dann kannst du die 5,00 Euro für dich entsprechend als Einnahme behalten und musst keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Der Supermarkt hingegen kann die 10,7 Prozent als Vorsteuer geltend machen und entsprechend abziehen. Somit kauft der Supermarkt den Honig abzgl. der Vorsteuer für 4,52 Euro (5,00 Euro / 1,107) ein. Du freust dich über höhere Einnahmen und der Supermarkt kann die Steuer geltend machen. Gut, oder nicht?

 

Ich muss also in den meisten Fällen bei meiner Imkerei keine Umsatzsteuer beim Honigverkauf zahlen. Kann es trotzdem Vorteile haben, wenn es das tue?

 

Kurze Antwort: Ja, du kannst du das tun und ja, es kann Vorteile haben. Das Zahlen der Umsatzsteuer nennt man in der Fachsprache „optieren“. Im Folgenden findest du die lange Antwort auf die Frage.

 

Wann sollte ich als Imker Umsatzsteuer zahlen?

Wie oben beschrieben kannst du als Kleinunternehmer Umsatzsteuer zahlen, du musst es aber nicht.

Nehmen wir an, du planst eine größere Anschaffung wie zum Beispiel ein Bienenhaus und du willst dir die gezahlte Vorsteuer erstatten lassen. Deswegen entscheidest du dich zu optieren und die Umsatzsteuer ans Finanzamt zu zahlen. Dann greift nicht mehr der pauschalisierte Steuersatz von 10,7 Prozent. Du versteuerst deine Produkte dann mit 7 Prozent, die nicht verrechnet werden. Das macht deine Produkte zunächst mal teuer für deine Kunden oder bei gleichem Verkaufspreis verdienst du weniger. Im Gegenzug kannst du aber bei größeren Anschaffungen die gezahlte Vorsteuer gegenrechnen. Hier ergibt sich dann allerdings das Problem, dass du an deine Entscheidung zur Optierung mindestens fünf Jahre gebunden bist.

 

Wie ist meine Meinung zu dem Thema

 

Du Entscheidung ob du optieren willst oder nicht ist grundsätzlich vom jeweiligen Einzelfall abhängig. Da die meisten Imkereien in Deutschland Hobbyimkereien sind wird es sich in der Regel aber nicht lohnen. Ich führe keine Umsatzsteuer ans Finanzamt ab solange ich nicht muss und denke, dass ich das auch in der Zukunft nicht tun werde.

 

Wie ist deine Meinung zum Thema Umsatzsteuer beim Honigverkauf zu zahlen oder nicht zu zahlen? Ich freue mich über Kommentare im Kommentarfenster.

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