Wachsmotten bekämpfen und Waben vor der Wachsmotte schützen

Früher oder später erwischt es jeden Imker: Die Wachsmotte macht sich über deine wertvollen Waben her. Was du dagegen tun und wie du Wachsmotten natürlich bekämpfen kannst erfährst du in diesem Artikel.

Wovon ernähren sich Wachsmotten?

Man denkt, der Name „Wachsmotten“ sagt eigentlich schon alles; die Motten ernähren sich von Wachs. Das ist aber so bestenfalls bedingt richtig. Die Lieblingsnahrung der Wachsmotten besteht aus Pollen und die Nymphenhäutchen der geschlüpften Bienen. Sie weichen lediglich auf den Wachs aus, wenn sie nichts anderes mehr bekommen. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Waben aus dem Bienenvolk entfernt werden. Dann zerfressen die Wachsmotten den Wachs aus dem Rähmchen und machen sich sogar über die Holzzargen her.

 

Sind Wachsmotten Schädlinge im Bienenvolk?

Unter natürlichen Bedingungen sind sie das nicht. Im Gegenteil: Sie sind in der freien Natur sogar Nützlinge. Gehen wir davon aus, dass ein Bienenvolk unter natürlichen Bedingungen eine Baumhöhle bewohnt. Sollte das Volk durch Schwärmen ausziehen, befreien die Wachsmotten dann den Baum von den Wachsresten. Somit haben sie unter diesen Umständen durchaus ihre Daseinsberichtigung. Bei uns in der Hobby- und Erwerbsimkerei sieht das natürlich anders aus. Da wollen wir sie nicht haben.

Wachsmotten bekämpfen
Ein Wabenturm – Bevorzugte Nahrung von Wachsmotten

Wachsmotten zweifelsfrei identifizieren

Drei Anzeichen lassen eindeutig auf einen Wachsmottenbefall schließen:

 

Gespinste

Solltest du deine Waben inspizieren und dort Gespinste ähnlich eines Spinnennetzes sehen ist das ein schon sehr eindeutiges Zeichen für Wachsmottenbefall.

 

Kokons

Zur Verpuppung spinnen sich die Wachsmotten in einen (weißen) Kokon ein. Solltest du einen oder mehrere davon sehen ist dass das nächste Zeichen für Wachsmottenbefall.

 

Kotspritzer

Siehst du viele schwarze Punkte auf den Waben ist das ein erneutes untrügerisches Zeichen, dass du Wachsmotten im Bienenstock hattest und du diese mit den Waben aus dem Volk entnommen hast.

 

Vorbeugung von Wachsmottenbefall

Wie so häufig im Leben ist Vorbeugung besser als eine späte Rettung 😉

Deswegen gebe ich dir hier Tipps an die Hand, wie du Wachsmottenbefall vorbeugen kannst.

 

Alte Brutwaben direkt nach der totalen Bauraumerneuerung einschmelzen

Ich nutze das Verfahren der totalen Bauraumerneuerung. Zur Erläuterung beschreibe ich das Verfahren kurz im Schnelldurchlauf. Später werde ich dazu noch einen ausführlichen Artikel veröffentlichen.

Ablauf der totalen Bauraumerneuerung:

  • Ich gebe mit dem Smoker sehr viel Rauch in das Flugloch. Sollte die Königin im unteren Brutraum sein verzieht sie sich direkt in den oberen Brutraum.
  • Anschließend setze ich ein Absperrgitter zwischen oberen und unteren Brutraum und warte drei Wochen, bis die Brut ausgelaufen ist.
  • Auf dem Volk habe ich somit den unteren und oberen Brutraum sowie den Honigraum.
  • Nach Ablauf der drei Wochen entnehme ich den unteren Brutraum und setze ich ihn mit einer Bienenflucht auf den Honigraum. Hier warte ich einen Tag, bis die Bienen aus dem alten unteren Brutraum ausgelaufen sind. Jetzt entnehme ich die komplette Zarge und kann die Waben direkt einschmelzen. So bekomme ich bei diesen Waben gar nicht erst Probleme mit der Wachsmotte. Achtung: Trotz dem Einsatz der Bienenflucht können noch Bienen in der Zarge sein. Wenn du die Zarge entnimmst achte bitte darauf, dass du die restlichen Bienen noch abkehrst und sicherstellst, dass sich keine Bienen auf den Waben befinden.
  • Das Verfahren der totalen Bauraumerneuerung hört sich hier wahrscheinlich erstmal wesentlich komplizierter an, als es ist. Ich zeige dir das ganze dann in einem Praxisvideo wo es dann klarer wird.

 

Waben getrennt voneinander lagern

Wie oben beschrieben ernähren sich Wachsmotten vorrangig von Pollen. Die unbebrüteten Honigwaben sind nicht sooooo interessant für sie. Wenn die Honigwaben allerdings in einem Zargenturm mit bebrüteten Waben stehen, dass fressen sich die Wachsmotten auch durch die Honigwaben. Wenn du die alten Waben nicht direkt einschmelzt solltest du Brut- und Honigwaben definitiv getrennt voneinander lagern.

 

Wachsmotten durch Kälte abtöten

Wenn du nicht allzu viele Waben hast, kannst du sie auch in einer verschließbaren Kunststoffkiste (Werbelink) über Nacht in die Gefriertruhe stellen. Damit tötest du die Wachsmotten recht zuverlässig ab.

 

Zugluft gegen Wachsmotten

Wachsmotten mögen Zugluft überhaupt nicht. Deswegen kannst du den Gitterboden einer Beute unter die Zargen stellen und den Boden verschließen. Wenn du willst, kannst du noch ein paar Holzklötze unter den Boden stellen, damit die Luft auch wirklich durchströmt. Oben auf die Zargen kannst du dann noch zusätzlich ein Gitter stellen, um optimalen Durchzug zu gewährleisten. Außerdem empfiehlt es sich, wenn du eine bis drei Waben aus den Zargen entfernst.

 

Meine Empfehlung, um Probleme mit Wachsmotten von vornherein auszuschließen

Ich würde dir hier mein Verfahren empfehlen, die alten Brutwaben schnellstmöglich, am Besten direkt nach der Entnahme, einzuschmelzen. Ich hatte vor ein paar Jahren Wachsmottenbefall. Dabei konnte ich ein Drittel meiner ausgebauten Rähmchen nur gerade so retten und sie einschmelzen. Zwei Drittel musste ich schlicht und ergreifend wegschmeißen. Das hat mich dann gut und gerne 80 Euro gekostet und ich hatte eine extreme Sauerei durch die Wachsmotten im Keller.

 

Wachmotten bekämpfen: Zugelassene und nicht zugelassene Verfahren

Wachmottenbekämpfung mit Essigsäure: Zugelassen

Bei der Wachsmottenbekämpfung mit Essigsäure nimmst du Essigsäure (Werbelink) mit einer Konzentration von 60 Prozent. Hier kannst du die ähnlich wie bei der Schwammtuchmethode zur Varroa-Bekämpfung verfahren. Du legst das Schwammtuch auf eine einzelne Zarge, alternativ auf einen Zargenturm. Nun gibst du pro Zarge 30mL der Essigsäure auf das Schwammtuch. Die Essigsäure verdunstet. Das ist ein zuverlässiges Mittel, um die Wachsmotte natürlich zu bekämpfen. Achtung: Wenn du einen Zargenturm mit mehreren Zargen hast, solltest du das Schwammtuch in einen Teller legen und dann die Essigsäure darüber geben. So kann die Säure nach und nach verdunsten.

 

Schwefel benutzen, um die Wachsmotte zu bekämpfen: Nicht zugelassen

Früher und auch heute noch benutzten viele Imker Schwefel zur Wachsmottenbekämpfung. Dabei stellt der Imker Schwefelstreifen unter einen Zargenturm und zündet diesen an. Das ist in mehrer Hinsicht problematisch.

 

1.) Schwefel zur Wachsmottenbekämpfung ist gesetzlich nicht zugelassen. Du darfst nach dieser Methode eben schon rein gesetzlich nicht verwenden. Außerdem sind die Schwefeldämpfe auch für uns Menschen ungesund. Also lass das bitte.

2.) Bei der Wachsmottenbekämpfung mit Schwefel tötest du nur die bereits geschlüpften Tiere ab. Die Eier der Wachsmotte überleben den Schwefeleinsatz. Deswegen musst du die Behandlung nach drei und nach sechs Wochen wiederholen.

3.) Brandgefahr durch Schwefeln: Es kann immer passieren, dass die Schwefelstreifen noch länger glimmen und du das übersiehst. Wenn du den Schwefel unter dem Zargenturm stehen lässt, kann der Turm dabei abbrennen. Wenn du im Bienenhaus imkerst, kann die ganze Hütte abbrennen. Das ist enorm gefährlich.

 

Fazit zum Thema Wachsmotten bekämpfen

In diesem Artikel haben wir gemeinsam besprochen, wie du dich vor der Wachsmotte schützen und du die Wachsmotte bekämpfen kannst. Welche Erfahrungen hast du gesammelt und was würdest du zu meinem Artikel ergänzen? Ich freue mich auf Kommentare im Kommentarfenster.

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