Der Drohnenrahmen – eine wirkungsvolle Varroa-Reduktion

DrohnenrahmenEs gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Varroa-Population im Bienenvolk zu bekämpfen. Eine davon ist der Drohnenrahmen, auch Baurahmen genannt.

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Was ist ein Drohnenrahmen?

Der Drohnenrahmen ist nichts anderes als ein leeres Rähmchen. Er wird also nicht mit einer Mittelwand bestückt und einfach so in das Bienenvolk gehangen. Die Bienen bauen ihn im Naturwabenbau aus.

Neben der Bezeichnung „Drohnenrahmen“ ist auch die Bezeichnung „Baurahmen“ gängig. Die Worte sind Synonyme, also gleichbedeutend.

Warum sollte man einen Baurahmen verwenden?

Wie eingangs bereits beschrieben, stellt der Baurahmen neben der Ablegerbildung und der Ameisensäurebehandlung eine wesentliche Säule der Varroa-Bekämpfung dar.

 

Prinzip der Varroa-Reduktion mit dem Drohnenrahmen

Die Bienenkönigin entscheidet, ob sie ein befruchtetes oder ein unbefruchtetes Ei in die Zelle der Waben legt. Im ersten Fall entsteht eine Arbeiterin, im zweiten Fall ein Drohn.

Die Arbeiterinnenbrut wird nach neun Tagen verdeckelt, die Drohnenbrut nach zehn Tagen. Die Arbeiterinnen schlüpfen 21 Tage, nachdem die Königin das Ei gelegt hat. Drohnen brauchen 24 Tage bis zum Schlupf.

Dieser Umstand ist zunächst für die Varroamilbe attraktiv; kurz vor dem Verdeckeln legt die Mutter der Milbe ihre Eier in die Bienenbrut. Bei einer Arbeiterin können sich ein bis zwei Milben entwickeln, durch die längere Verdeckelungsdauer der Drohnenbrut entstehen bis zu vier Milben.

Aus diesem Grund ist die Drohnenbrut für die Milbe wesentlich attraktiver als Arbeiterinnenbrut. Und genau diesen Umstand nutzen wir Imker bei der Varroa-Bekämpfung zu unserem Vorteil.

 

Wo sollte der Baurahmen positioniert werden?

Auf meinen Imkerschulungen habe ich gelernt, dass der Drohnenrahmen im oberen Brutraum jeweils an die vorletzte Stelle gehängt werden soll.

Ich verwende die Rahmen alternierend; eine Woche nach der Gabe des ersten Rahmens hänge ich den zweiten ein.

Es gibt auch Imker, die den Baurahmen direkt ans Brutnest hängen. Hiermit habe ich jedoch keine Erfahrung.

 

Welche zeitlichen Rahmenbedingungen sind bei der Verwendung des Drohnenrahmens zu beachten?

Drohnenschnitt vor dem Schlupf

Wie weiter oben beschrieben schlüpfen die Drohnen nach 24 Tagen.

Deswegen musst du die Drohnenwabe definitiv vorher schneiden. Dabei solltest du bei der wöchentlichen Durchsicht kannst du einfach darauf achten, wie viel vom Drohnenrahmen verdeckelt ist dann entsprechenden entscheiden.

 

Wann solltest du die ersten Drohnenrahmen einhängen?

Als Referenz kannst du die Salweidenblüte nehmen. Diese läutet üblicherweise den Start der Bienensaison ein. Hier wird in der Regel der erste Honigraum gegeben und dann kannst du auch den ersten Drohnenrahmen in die Völker geben.

 

Bis wann solltest du die Drohnenrahmen nutzen?

Die Legeleistung der Bienenkönigin lässt ab der Sommersonnenwende nach.

Deswegen schneide ich die Drohnenbrut in der Regel das letzte Mal ab ca. Ende Juni.

 

Drohnenrahmen als Schwarmbarometer

Neben der Varroareduktion hat der Baurahmen noch einen weiteren, positiven Nebeneffekt: Er ist ein gutes Schwarmbarometer.

Wie funktioniert das?

Wenn die Bienen kein Interesse am Schwärmen haben, bauen sie den Rahmen gleichmäßig von oben nach unten und von rechts nach links aus. Wenn sie allerdings in Schwarmstimmung sind wird der Rahmen entweder in Zungen oder gar nicht mehr ausgebaut. In diesem Fall solltest du darüber nachdenken, einen Ableger zu bilden, um die Schwarmlust zu dämpfen.

 

Größenverhältnis Biene / Milbe

Eine Varroamilbe misst 1,1 x 1,6mm.

Das klingt zunächst nicht nach viel. Verhältnismäßig zum Körper eines Menschen bedeutet das allerdings, dass man einen Parasit in der Größe eines DIN A4 Blatts an sich hat.

 

Kritik an der Verwendung eines Drohnenrahmens

Es gibt durchaus einige Imker, die die Verwendung eines Drohnenrahmens ablehnen. Und dafür haben sie durchaus sachliche Argumente. Doch welche sind das?

 

Milbenzucht

Die Milben gehen im Allgemeinen bevorzugt in die Drohnenwaben.

Doch möglicherweise gibt es auch solche, die genetisch bedingt gerade nicht in die Baurahmen gehen. In diesem Fall würde man die Milben selektieren, die eher in die Arbeiterinnenwaben gehen.

 

Eingriff in die Natur des Bienenvolks

Ein Bienenvolk in der Natur besteht zu ca. einem Drittel aus Drohnen.

Bedingt durch die heute gängige Arbeitsweise mit Mittelwänden wird diese Anzahl schon mal deutlich reduziert. Durch die Entnahme der Drohnenbrut hat das Volk als nur noch einen Bruchteil der Drohnen, die im Volk sein sollten.

 

Was sollte man nicht tun?

Es gibt durchaus Imker, die ihre Drohnenrahmen an einen Baum hängen oder neben die Völker stellen. Dann sollen die Vögel die Waben auspicken.

Ich rate davon ab, weil es zu einer Räuberei kommen kann.

 

Was tun mit dem Drohnenwachs?

Im Lauf der Zeit sammelt sich einiges an Wachs aus den Drohnenrahmen an.

Ich rechne bei einer ausgebauten Wabe mit ca. 100 Gramm Wachs. Wenn du die Baurahmen alle zwei Wochen schneidest, kommt pro Volk in der Saison fast ein Kilogramm Wachs zusammen.

Dieses Wachs ist von allerbester Qualität. Du kannst es für deinen eigenen Wachskreislauf verwenden oder sogar verkaufen. Für Wachs werden derzeit gute Preise gezahlt. Für ein Kilo Wachs kannst du mit fast zehn Euro rechnen. Somit kannst du aus diesen Einnahmen schon fast wieder das Winterfutter finanzieren.

 

Fazit zum Thema Drohnenrahmen

Mit dem Baurahmen kannst du den Varroa-Befall deiner Bienenvölker deutlich reduzieren und hast einen guten Schwarmindikator. Ebenfalls erzeugst du allerbestes Wachs für dich. Ich bin überzeugt von der Wirksamkeit des Drohnenrahmens und kann die nur raten, ihn auch zu verwenden.

 

Wie ist deine Meinung zum Thema? Ich freue mich auf Meinungen und Anregungen im Kommentarfenster.

 

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