EU-Verordnung 2019/6: Dokumentationspflicht in der Imkerei

Dokumentation verwendeter Arzneimittel in der Imkerei

Bisher mussten Imker nur den Gebrauch von apothekenpflichtigen Arzneimitteln in der Imkerei dokumentieren. Das hat sich geändert. Mehr dazu in diesem Artikel.


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In diesem Artikel gebe ich dir einen Einblick in die neue Vorschrift und sage dir, wie ich das in die Praxis umsetzen werde. Viele Vorgaben der Anordnung habe ich schon in der Vergangenheit freiwillig gemacht, ein paar muss ich noch anwenden.

 

Was ist bzgl. der Dokumentationspflicht vorgegeben?

Die EU-Verordnung 2019/6 regelt die Dokumentation des Gebrauchs von Tierarzneimitteln. Diese gilt seit dem 28.01.2022. Dort wird den Mitgliedsstaaten der europäischen Union vorgegeben, wie die Verabreichung entsprechender Tierarzneimittel dokumentiert werden muss. Es gibt aber nach wie vor Spielraum für die einzelnen Mitgliedsländer. Auf weitere Einzelheiten zu der Verordnung 2019/6 gehe ich in diesem Artikel ein.

 

Wie war die alte Sachlage und was ändert sich?

Bisher mussten lediglich apothekenpflichtige Arzneimittel, die dem Bienenvolk gegeben wurden, in das Bestandsbuch eingetragen werden. Jetzt sind es sämtliche Medikamente. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie verschreibungspflichtig sind oder nicht.

 

Wie ist die Dokumentation durchzuführen?

Konkrete Vorgaben bzgl. der Form gibt es keine. Du kannst die Medikamentengabe genauso auf Papier wie digital dokumentieren.

 

Wichtig ist, dass du die Antworten auf folgende Fragen dokumentierst:

  • Wann wurde das Medikament das erste Mal verabreicht (Datum und idealerweise Uhrzeit)?
  • Welche Bezeichnung hat das Medikament?
  • Wie viel wurde verabreicht? In welcher Menge? In welcher Maßeinheit (bspw. Liter, Milliliter oder Gramm)?
  • Wer ist der Hersteller des Medikaments und wie ist seine Anschrift?
  • Wie kann man die behandelten Tiere identifizieren (also Nummer des Bienenvolks)?
  • Rechnung für den Erwerb des Medikaments.
  • Wenn die Medikamente verschreibungspflichtig waren: Wie ist der Name des Tierarztes?
  • Gibt es bestimmte Wartezeiten, bis das Medikament voll wirkt?
  • Wie lange wurde das Medikament angewendet? Also bspw. zehn Tage für eine Ameisensäurebehandlung im Langzeitverdunster.

 

Wichtiger Praxistipp von mir: Halt dich an die Dokumentationspflicht

Vielleicht magst du jetzt denken: „Warum soll ich das tun? Ich werde doch sowieso nicht kontrolliert.“ Oder du könntest einfach behaupten, die für die Varroa-Behandlung nur biotechnische Verfahren zu verwenden und keine Medikamente oder Säuren.

Das ist auch meiner Sicht aber definitiv zu kurz gedacht. Auch ich zweifele die Sinnhaftigkeit dieses Gesetzes an. Trotzdem muss man sich eben an Gesetze halten, auch wenn es einem nicht passt. Und wenn du die gesetzlichen Vorgaben anwendest kannst du immer wahrheitsgemäß sagen, dass du dich an die Vorschriften gehalten hast.

 

Was spricht für die Sinnhaftigkeit der EU-Verordnung 2019/6?

Auf meinem Blog habe ich mir vorgenommen, über Pro und Contra bei solchen Themen zu berichten. Deswegen schreibe ich hier auch, was für diese Verordnung spricht.

Wir Imker produzieren Lebensmittel. Das heißt auch, dass wir unseren Kunden gegenüber in der Verantwortung für eine hohe Qualität der Produkte stehen. Durch die Dokumentation der verwendeten Arzneimittel wird auch uns Imker klar, wie viele Medikamente wir den Bienen gegeben haben.

 

Wie habe ich das bisher gemacht und wie werde ich es machen?

Wie oben beschrieben, habe ich schon einige Vorgaben der EU-Verordnung 2019/6 schon freiwillig angewendet. Welche Vorgaben habe ich schon angewendet?

Zunächst führe ich Stockkarten. Bei Durchsichten trage ich dort das Verhalten der Bienen ein. So kann ich nachvollziehen, ob sie mal einen schlechten Tag hatten und nicht so gut drauf waren oder ich das Volk möglicherweise ein Stecher ist.

Weiterhin trage ich alle Behandlungen ein.

Beispiel:

  1. Eintrag: 15.07.2022: Behandlung mit 300mL Ameisensäure ad. us. vet. 60 Prozent gestartet.
  2. Eintrag: 25.07.2022: Am 15.07.2022 gestartete Ameisensäure-Behandlung beendet und Verdunster entnommen.

Damit habe ich schon die meisten der Vorgaben umgesetzt, die aus meiner Sicht auf gesundem Menschenverstand beruhen und sinnvoll sind. Ich bin ein absoluter Freund von Notizen, da ich meine Völker so über einen längeren Zeitraum beurteilen kann.

Die Belege für die verwendeten Arzneimittel hebe ich sowieso auf, da ich meistens im Internet bestelle. Als neue Maßnahme werde z.B. bei der Ameisensäurebehandlung eine leere Flasche aufheben und ins Lager stellen. Bei einer Kontrolle kann ich diese so vorzeigen.

Hier findest du eine Vorlage für ein Bestandsbuch vom Bieneninstitut Kirchhain.

 

Fazit zur EU-Verordnung 2019/6

Wie bereits erwähnt bin ich kein allzu großer Freund dieser gesetzlichen Vorgaben. Trotz allem werde ich mich natürlich daran halten und ich setze ja sowieso schon einiges um, weil es aus meiner Sicht eben sinnvoll ist.

 

Wie ist deine Meinung zur EU-Verordnung 2019/6? Ich freue mich auf Kommentare und Meinungen.

 

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