Nasser Honig – was kannst du tun?

Dieses Jahr war insgesamt ziemlich feucht – das hat auch die Imkerschaft Honig nassgemerkt. Viele Honige sind (zu) nass. Damit können sie die Kriterien des deutschen Imkerbundes und die gesetzlich Vorschriften verfehlen.


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Nasser Honig – ein wiederkehrendes Problem

Es kommt über die Jahre immer mal wieder vor, dass der Honig einen hohen und auch zu hohen Wassergehalt hat. Das macht es den Bienen und dem Imker schwerer, als es sein muss.

Beispielsweise gibt es Standorte mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit. Mit einem geeigneten Standort mit einer geringeren Luftfeuchtigkeit stellst du die Weichen für eine gute Honigernte.

 

Wie trocknen die Bienen den Honig?

Die Bienen trocknen den Honig auf zwei Arten; die aktive und die passive Honigtrocknung.

 

Aktive Trocknung des Honig durch die Bienen

Bei der aktiven Trocknung des Honigs drückt die Biene kleine Tropfen des Nektars aus ihrer Honigblase zur Spitze ihres Körpers. Durch die Wärme des Bienenstocks verliert der Nektar Flüssigkeit. Deswegen ist eine geringe Luftfeuchtigkeit am Standort sehr wichtig. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit können selbst die besten Bienen wenig ausrichten.

 

Passive Honigtrocknung

Hierbei wird der Honig nach und nach in die Waben eingelagert. Die Bienen trocknen den Honig, in dem sie sich auf die Waben setzen und die Feuchtigkeit wegfecheln. Wenn der Wassergehalt des Honigs ausreichend reduziert wurde, wird die Wabe mit einem Wachsdeckel verschlossen. So ist der Honig langfristig haltbar.

 

Geeignete Maßnahmen, wenn der Honig (zu) nass ist

Hier möchte ich dir verschiedene Vorgehensweisen an die Hand geben. Bitte prüfe für dich, welche Maßnahme im Einzelfall für dich geeignet ist.

 

Maßnahme 1: Nur reifen Honig ernten

Das erscheint schon fast zu einfach, um wahr zu sein. Aber man braucht es sich ja nicht unnötig kompliziert machen 😉

Prüfe den Wassergehalt der Waben vor der Ernte mit dem Refraktometer. Wenn du im Neutralglas verkaufst beträgt der Höchstwert des Wassergehalt 20 Prozent. Beim Verkauf im Glas des deutschen Imkerbunds muss der Honig weniger als 18 Prozent Wasser aufweisen.

Wenn der Wassergehalt noch zu hoch ist, musst du noch etwas warten.

 

Maßnahme 2: Zu feuchten Honig zurück in die Völker geben

Hier ist das Kind schon in den Brunnen gefallen; du hast die Waben schon entnommen und der Wassergehalt liegt über den erlaubten Werten.

In diesem Fall kannst du die Honigwaben zurück in die Völker hängen. Die Bienen trocknen den Honig erneut und trocknen ihn. Den Honig kannst du dann zu einem späteren Zeitpunkt ernten.

Wichtig: Achte darauf, die Waben in den Abendstunden zurück zu hängen. Sonst kannst du eine Räuberei auslösen.

 

Maßnahme 3: Backhonig oder Met

Insbesondere bei der Spättrachternte musst du die Varraobehandlung im Auge behalten. Ich persönlich behandele gegen die Varroa immer Mitte Juli. Sollte der Honig bis dahin noch zu feucht sein, kannst du ihn für Met oder Backhonig verwenden. Die Varroabehandlung solltest du nicht auf die lange Bank schieben. Sonst wird es für deine Bienenvölker gefährlich.

Wenn du den Honig trotzdem nicht gleich verarbeiten willst, solltest du auf eine gute Lagerung des Honigs achten.

 

Maßnahme 4: Eigenverbrauch

Sollte dein Honig gegoren sein, ist er nicht per se schlecht; viele Menschen schätzen sogar den kräftigeren Geschmack. Er entspricht eben nur nicht mehr den gesetzlichen Kriterien, bzw. denen des deutschen Imkerbunds. Wenn du den kräftigeren Geschmack schätzt,darfst du den Honig natürlich gerne selber verzehren. Da spricht nichts gegen.

Einige Imker sagen, dass sie den Honig dann verschenken. Ich bin da eher vorsichtig. Gemäß den entsprechenden Vorschriften muss der Honig beim „in Verkehr bringen“ die vorgegebenen Qualitätskriterien erfüllen. Und „in Verkehr bringen“ schließt verschenken mit ein. Wenn überhaupt würde ich diesen Honig nur an vertrauenswürdige Menschen verschenken.

 

Und nun zu dir

Hattest du schon mal Honig, der zu nass war? Wie bist du damit umgegangen?

Ich freue mich auf Kommentare im Kommentarfenster.

 

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