Komplette Brutentnahme – Biotechnische Varroabekämpfung

Totale Brutentnahme

Die komplette Brutentnahme gehört zu den biologischen und schonenden Behandlungsmethoden zur Varroabekämpfung. Was es damit auf sich erfährst du in diesem Artikel.


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Was ist die komplette Brutentnahme?

Wie der Name schon vermuten lässt werden bei der kompletten Brutentnahme alle Brutwaben aus dem Volk entnommen. Damit entnimmst du natürlich auch alle in der verdeckelten Brut befindlichen Varroamilben.

 

Vorteile

Einfachheit

Wie oben beschrieben entnimmst du bei der kompletten Brutentnahme alle Brutwaben. Somit musst du auch nicht die Königin suchen. Es kann mitunter sehr aufwendig sein, die Stockmutter im Volk zu finden.

 

Völkervermehrung

Du kannst mit den entnommenen Brutwaben einen Sammelbrutableger bilden.

Hierfür empfiehlt es sich, zwei Zargen mit zwölf bis zwanzig Rähmchen mit Deckel und Gitterboden übereinander zu stellen.

Jetzt hast du zwei Möglichkeiten; du lässt die Bienen selber eine Königin nachziehen oder du brichst die Nachschaffungszellen nach neun Tagen und setzt eine gekaufte Königin zu.

So entsteht ein schönes Wirtschaftsvolk für das nächste Jahr.

Ansonsten kannst du die Brutwaben einschmelzen. Aus Gründen der Tierethik rate ich davon ab. Bevor du die Bienen tötest kannst du auch in deinem Imkerverein nachfragen, ob jemand die Bienen haben möchte. Entweder verschenkst du das Volk oder nimmst noch ein paar Euro dafür. Ich halte 50 bis 80 Euro für einen Sammelbrutableger als angemessen. Da wirst du dich mit dem Imkerkollegen sicherlich einigen können und beide haben einen Vorteil davon.

 

Nachteile

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Welche Nachteile hat die komplette Brutentnahme?

 

Erhöhter Materialbedarf

Die Bienen müssen irgendwo untergebracht werden. Soviel ist klar.

Dafür brauchst du Beuten und die musst du auch irgendwo unterbringen.

Wenn du über den entsprechenden Platz verfügst ist das OK. Du solltest es im Vorfeld aber bedenken.

 

Arbeitsaufwand

Du musst dich um dein Bienenvolk kümmern es entsprechend versorgen. Überlege dir deswegen im Vorfeld, ob du die entsprechende Zeit hast. Falls nicht, gib das Volk wie weiter oben beschrieben an einen Imkerkollegen ab. Er wird sich freuen.

 

Ablauf der kompletten Brutentnahme

Die komplette Brutentnahme findet nach folgendem Schema statt.

 

Brutwaben entnehmen

Du entnimmst die Brutwaben aus dem Volk und fegst die Bienen zurück in die Beute. Wenn die Königin gezeichnet ist, kannst du sie mit einem Königinnenclip sichern und auf das Abfegen der Bienen verzichten. Ansonsten setzt du die Waben in eine neue Beute und bildest so einen Sammelbrutableger. Diesen verstärkst du mit Bienen aus dem Honigraum.

 

Möglichkeit 1 im Altvolk: Oxalsäure

Innerhalb einer Woche kannst du das Volk nun mit Oxalsäure behandeln.

 

Möglichkeit 2 im Altvolk: Erneut biotechnisch behandeln

Auch hier kannst du biologisch gegen die Varroa behandeln.

Statt der Säure kannst du eine Fangwabe verwenden.

Hier nimmst du eine Wabe mit offener Brut und hängst sie mittig ins Volk. Diese zieht alle noch verbliebenen Varroen zur Wabe. Wenn die Wabe nach zehn Tagen verdeckelt ist entnimmst du sie erneut und hast damit eine fast einhundertprozentige Entnahme der Varroamilben. Diese Wabe solltest du einschmelzen, auch wenn das nicht schön ist. Sie ist einfach zu sehr mit der Varroa infiziert.

 

Varroabehandlung im Sammelbrutableger

Nach 21 Tagen kontrollierst du zunächst, ob die Bienen eine Königin nachgezogen haben.

Sollte das so sein, kannst du das Volk jetzt mit Oxalsäure behandeln. Hier gibst du pro besetzter Wabengasse ca. 5mL Oxalsäure in das Volk.

Wichtig ist, das Volk ab jetzt regelmäßig zu füttern.

 

Fazit

Die komplette Brutentnahme stellt wie zum Beispiel die Ablegerbildung eine biotechnische Maßnahme dar, die Varroamilbe zu reduzieren.

Wie ist deine Meinung zum Thema? Nutzt du die totale Brutentnahme, andere biotechnische Verfahren oder behandelst du klassisch mit Ameisensäure?

Ich freue mich auf Meinungen und Anregungen im Kommentarfenster.

 

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