Varroabekämpfung: Zugelassene und nicht zugelassene Mittel

Varroamilbe reduzieren

Einige Imker reagieren mit Unverständnis; sie haben ein aus ihrer Sicht geeignetes Medikament zur Varroabekämpfung und dürfen es nicht anwenden. Noch dazu ist das Mittel in anderen Ländern erlaubt. Doch warum ist das so?

Bitte beachten:

Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass ich hier meine Wahrnehmung der Dinge schildere. Im Zweifel bzgl. der Erlaubnis zur Anwendung verschiedener Mittel sollte vorher die zuständige Behörde befragt werden.

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Vereinheitlichung der erlaubten Medikamente in Europa

Nach Einführung der EU-Verordnung 2019/6 wurden die nationalen Sonderwege für die Anwendung der Medikamente vereinheitlicht.

Die Anwendung von Ameisensäure ist jetzt nur noch in einer Übergangsfrist bis 2027 erlaubt.

 

Zugelassene Medikamente

In Deutschland sind (noch) fünf Substanzen zur Varroabekämpfung erlaubt.

Das sind:

Diese Mittel darfst du zur Reduktion der Varroamilbe verwenden. Ergänzend dazu empfehle ich dir biologische Verfahren wie z.B. den Einsatz des Drohnenrahmens.

 

Ameisensäure

Ameisensäure wirkt auch in der Bienenbrut und tötet dort die Varroamilben ab.

Der Nachteil von Ameisensäure zur Varroabekämpfung ist die Abhängigkeit von der Temperatur. Diese sollte zwischen 15 und 30 Grad liegen. Auch sollte die Luftfeuchtigkeit nicht allzu hoch sein. Regen kann die Wirkung der Ameisensäure reduzieren.

 

Oxalsäure

Die Oxalsäure wird mit Zucker vermengt und auf 35 Grad (die Temperatur im Bienenvolk) erwärmt. Dann werden 5mL der Säure pro besetzter Wabengasse in das Volk geträufelt.

Diese Säure wird üblicherweise im Winter verwendet. Bei Temperaturen unter Null Grad hört die Königin auf zu brüten. Drei Wochen später ist die Brut ausgelaufen und wir können die Oxalsäure als Kontaktgift verwenden. Sie hat den Nachteil, dass sie nur auf den Bienen wirkt und im Gegensatz zu Ameisensäure nicht in der Brut wirkt.

Bitte beachten: Du darfst die Bienen im Winter nur einmal mit Oxalsäure behandeln. Bei einer zweiten Behandlung übersäuern die Bienen und das Bienenvolk stirbt.

 

Thymo, Flumenthrin und Amitrazl

Thymol verbreitet sich über Luft im Bienenvolk und tötet die Bienen damit ab. Ich nutze Ameisensäure, Oxalsäure und die biotechnischen Verfahren. Deswegen habe ich leider keine Erfahrungen damit. Das Gleiche gilt für Flumenthrin und Amitraz.

 

Nicht zugelassene Verfahren zur Varroabekämpfung

Ich stelle dir hier Verfahren zur Varroabekämpfung vor, die nicht zugelassen sind.

Bitte beachten: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte erkundige dich bei der zuständigen Behörde, ob ein Verfahren zugelassen ist, wenn du dir nicht sicher bist. Bitte halte dich an die Gesetze.

 

Oxalsäure verdampfen

Dieses Verfahren ist in Deutschland definitiv nicht zugelassen. Begründet wird das mit dem Anwenderschutz; eingeatmete Dämpfe können zu Gesundheitsschäden beim Anwender führen. Es gibt Bestrebungen, die Oxalsäureverdampfung als Mittel zur Varroabekämpfung zuzulassen. Trotzdem ist es derzeit (Stand 2022) nicht erlaubt.

In Österreich und der Schweiz darfst du die Verdampfung von Oxalsäure aber anwenden.

 

Noch nicht zugelassen: Lithiumchlorid

Im Jahr 2018 melde die Universität Hohenheim einen Zufallstreffer. Bienenfutter mit einem geringen Anteil Lithiumchlorid könne die Varroamilbe abtöten. Das Verfahren ist derzeit noch nicht zugelassen oder abschließend getestet. So sehr ich eine Wirksamkeit dieses Mittels wünsche kann ich dir vor der offiziellen Zulassung nur das abraten, das Mittel auf eigene Faust zu test.

 

Fazit

Es gibt einige praxiserprobte und zugelassene Mittel zur Varroabekämpfung. Ich kann dir an dieser Stelle nur raten, die zugelassenen Mittel zu verwenden.

 

Wie ist deine Meinung zum Thema? Ich freue mich auf Anregungen und Kommentare im Kommentarfenster.

 

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