25 26 30 31 70 71 – Wichtige Kennzahlen für Bienenvölker in der Imkerei

Bienenvölker steuerlich behandeln

 

25 26 30 31 70 71 sind wichtige Kennzahlen in der Imkerei. Was es damit auf sich hat erfährst du in diesem Artikel.


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Die Imkerschaft in Deutschland setzt sich zum allergrößten Teil aus Hobby- und Nebenerwerbsimkern zusammen. 130.000 Hobby- und Nebenerwerbsimkern stehen lediglich ca. 500 Berufsimker gegenüber (Quelle: wikipedia). Steuerlich und rechtlich gibt es für die beiden erstgenannten Gruppen einige Vorteile, jedoch auch einiges, was sie beachten müssen.

 

Bitte beachten:

  • Ich weise an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass ich kein Anwalt bin und lediglich mein Verständnis der Sachlage wiedergebe. Bei rechtlichen Fragen sollte ein Rechtsanwalt kontaktiert werden.
  • Ebenfalls weise ich darauf hin, dass das hier geschilderte meine Rechtsauffassung des Jahres 2022 wiedergibt. Diese Regelungen können sich in der Zukunft ändern.
  • Die hier getätigten Aussagen beziehen sich auf Wirtschaftsvölker. Jungvölker sind davon ausgenommen.
  • Es gibt durchaus Landwirte, die bereits einen Betrieb angemeldet haben und die Imkerei zusätzlich betreiben wollen. In diesem Fall gibt es gesonderte Regelungen. Das hier gesagte gilt für Menschen mit einem Angestelltenverhältnis, die die Imkerei als Zusatzeinkommen nutzen wollen.

 

Bis 25 Bienenvölker: Glück gehabt

Du hast bis zu 25 Bienenvölker? Dann brauchst du keine Einkommensteuer zu zahlen.

Ebenfalls bist du nicht in der landwirtschaftlichen Versicherung pflichtversichert. Du kannst dich aber bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) freiwillig versichern.

 

Ich brauche mich nicht versichern und sollte das eventuell trotzdem tun? Warum das denn?

Wie bereits gesagt, bist du in diesem Fall nicht pflichtversichert. Warum solltest du das trotzdem überlegen?

Eine Imkerei mit 25 Bienenvölkern ist aus meiner Sicht definitiv ein Nebenerwerbsbetrieb. Die Einnahmen können ein finanzielles Standbein für dich und deine Familie sein. Ab dieser Größenordnung reduziert auch der eine oder andere Imker die Arbeitszeit im seinem Hauptjob, um sein Geld mit seinem Hobby zu verdienen.

Wenn du dir zum Beispiel im Mai ein Bein brichst, ist die Saison gelaufen. Bei der SVLFG kannst du dich in so einem Fall gegen den Verdienstausfall absichern. Ebenfalls erhältst du einen Anspruch auf Reha und die Leistungen sind besser als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Zusätzlich kannst du dich gegen Berufskrankheiten versichern. Die Imkerei kann mächtig in den Rücken gehen. Eine Zusatzversicherung ist als Nebenerwerbsimker also sehr zu empfehlen.

 

Ab 26 Bienenvölker: Es werden das erste Mal Beiträge fällig

Mit 26 Bienenvölkern bist du einkommenssteuerrechtlich noch auf der sicheren Seite. Du musst keine Einkommensteuer zahlen.

Hier werden allerdings das erste Mal Beiträge bei der SVLFG fällig. Mit 26 Bienenvölkern bist du in der landwirtschaftlichen Versicherung pflichtversichert und du musst Beiträge abführen. Die Beiträge schwanken mit der Anzahl der Bienenvölker. Hier findest du Beispielrechnungen der SVLFG, welche Beiträge zu entrichten sind.

 

Noch ein wichtiger Hinweis zum Thema „Sparen am falschen Ende“

Es soll durchaus Imker geben, die mehr als 26 Bienenvölker halten und diese dann auf Familienangehörige melden. Ich kann dir nur davon abraten. Dann hat der Imker 20 Völker, seine Frau 20 Völker und die Tochter 20 Völker. Somit müssen dann keine Beiträge gezahlt werden.

Das ist aber definitiv sparen am falschen Ende. Die Beiträge zur Sozialversicherung sind im Verhältnis zur Leistung gering. Wenn du mal eine ernsthafte Krankheit hast wirst du die Leistungen der Versicherung zu schätzen wissen. Also sei bitte ehrlich und dreh keine krummen Dinger.

 

Bis 30 Bienenvölker: Das letzte Mal in Freiheit

Hier ist die letzte Schwelle, bei der du keine Beiträge an das Finanzamt abführen musst.

Für die Beiträge bei der SVLFG gilt das im vorherigen Absatz gesagte.

 

Ab 31 bis 70 Bienenvölker: Die ersten steuerlichen Abgaben

Ab diesem Punkt gibt es nichts Neues zu den Beiträgen bei der SVLFG. Deswegen gehe ich hier nur weiter auf die einkommensteuerrechtlichen Aspekte ein.

Ab 31 Bienenvölker musst du das erste Mal Einkommenssteuer zahlen.

Hier hast du die Wahl: Du kannst entweder pauschal 1.000 Euro als Gewinn versteuern oder den in deiner Imkerei tatsächlich erzielten Gewinn. Die meisten Imker wählen die pauschalen 1.000 Euro als Gewinn und wissen wohl, warum ;-).

Der Pauschalgewinn wird dann zu deinem persönlichen Steuersatz versteuert.

 

Ab 71 Bienenvölker: Jetzt geht’s los

Bei mehr als 70 Völkern gibt es keine Steuererleichterungen und –vergünstigungen mehr.

Du hast zwei Möglichkeiten der Gewinnermittlung.

 

Einnahme-Überschussrechnung

In diesem Fall berechnest du deine Einnahmen und ziehst deine Ausgaben davon ab. Den Überschuss versteuerst du mit deinem persönlichen Steuersatz.

 

Doppelte Buchführung

Die Gewinnermittlung findet über die doppelte Buchführung statt. Wie das funktioniert wird hier erklärt.

 

Und nun zu dir

Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Ich freue mich auf deine Meinung im Kommentarfenster.

 

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